Oleum Animale.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
æthereum. Oleum cornu cervi. Dippels Öl. Knochen-Naphtha. Verdünnungen in Alkohol.
Klinisch
Asthma / Brüste, Erkrankungen der / Krebs / Verstopfung / Schnupfen / Gesichtslähmung / Gonorrhö / Migräne / Polyurie / Prostata, Erkrankungen der / Samenstrang, Neuralgie des / Hoden, Neuralgie in; Zurückziehung der
Charakteristika
Ol. an. ist ein empyreumatisches Öl, das bei der Herstellung von Beinschwarz gewonnen und für den medizinischen Gebrauch weiter destilliert und rektifiziert wird. Es wurde 1711 von Johann Conrad Dippel, dem Alchemisten und Entdecker des Berliner Blaus, entdeckt. Dippel gewann es zunächst durch Destillation von Hirschhörnern: daher der Name Oleum cornu cervi, mit dem das Ol. an. in seiner heutigen Zubereitung als identisch angesehen wird; denn die abgeworfenen Geweihe des Hirsches haben mehr Knochencharakter als die bleibenden Hörner des Rindes. Rektifiziert ist es "eine farblose oder leicht gelbliche, dünne, ölige Flüssigkeit mit durchdringendem, aber nicht unangenehmem Geruch und einem scharfen, brennenden Geschmack, der in einen kühlen und bitteren übergeht. Bei Einwirkung von Luft und Licht dunkelt es nach und wird dickflüssiger; es ist äußerst flüchtig. Ein Tropfen auf Papier verdunstet, ohne einen fettigen Fleck zu hinterlassen." Seine Zusammensetzung ist äußerst komplex, doch kann es als zur Gruppe der flüchtigen Kohlenstoffe gehörig betrachtet werden. Sircar (Calc. J. of Med., xvi. 249) gibt eine interessante Darstellung von Ol. an. und zitiert aus Hahn. Adv. vom April 1897 eine wertvolle Arbeit über das Mittel von C. L. Olds samt der dazugehörigen Diskussion. Auch wenn es nicht das Allheilmittel ist, für das Dippel es bei seiner Entdeckung hielt, ist Ol. an. eine sehr starke Arzneisubstanz; und seit es von Nenning, Schreter und Trinks gründlich arzneilich geprüft wurde, hat es einen bestimmten Platz in der homöopathischen Materia medica. Wie gewöhnlich bei Verbrennungsprodukten hat Ol. an. brennende Schmerzen und Brennen in fast allen Teilen, und wie die Kohlenstoffe und K. carb. hat es auch Stiche und zuweilen Kombinationen von beidem, "Stiche wie von glühend heißen Nadeln". Stiche und Druck können in alle Richtungen gehen, doch von hinten nach vorn ist besonders charakteristisch. "Stiche von hinten nach vorn in den Brüsten; Druck von beiden Seiten des Rückens erstreckt sich nach vorn." Davon geleitet, verschaffte ich in einem Fall von Skirrhus der rechten Brust große Erleichterung, in dem über nach vorn aus der Brustwarze schießende Schmerzen geklagt wurde. "Nach oben gezogen" ist eine weitere charakteristische Empfindung. Sie tritt in den Jochbeinen auf: "Empfindung in beiden Jochbeinen, als würden sie gewaltsam nach oben gezogen." Und sie tritt auch in den Hoden auf. "Beide Hoden werden nach oben gezogen und sind sehr schmerzhaft." Dies führte zur Heilung einer "langjährigen Neuralgie des Samenstrangs; qualvolle Anfälle drei- oder viermal jedes Jahr; Schmerzen, als würden die Hoden von einer Hand ergriffen und sehr heftig gezogen." Ol. an. 18 gab beinahe sofortige und dauerhafte Erleichterung (Blakely Raue's Rec., 1870, S. 241). Die Heilung eines Migränefalls wird in H. M., Juli 1895, zitiert. Zwingenberg gab nach erfolglosem Versuch mit Sang. einer Dame, die stets am Tag nach einer Gesellschaft mit Modeanspruch an Migräne litt, bei der sie gewöhnlich ein schweres Diadem auf dem Kopf trug, Ol. an. 2x, fünf Tropfen in warmem Wasser, morgens und abends. Polyurie von vollkommen klarem Harn begleitete die Migräne und legte das Mittel nahe. Diese Begleiterscheinung kann bei jeder nervösen Störung auf Ol. an. hinweisen. Zwingenberg heilte auch einen Fall von nervösem Asthma nach zurückgedrängtem Fußschweiß. In der Diskussion von Olds' Arbeit wurden einige Heilungen erwähnt. Dever heilte Zahnschmerz bei einem äußerst reizbaren Patienten, Schmerz > Zusammenpressen der Zähne. Die Arzneimittelprüfungen haben "Stiche im rechten oberen Backenzahn, durch Druck beseitigt, nach dem Essen." Dr. Leggett berichtete einen Fall: Eine sehr korpulente holländische Dame, 56 Jahre alt (die wegen Uterustumor, gestauter Leber und zerebraler Stauung in konstitutioneller Behandlung gewesen war), zeigte folgende Symptome: Empfindung, als rausche Wasser im Magen hin und her; sie bildete sich ein, der Tumor habe wieder die Größe erreicht, die er vor Jahren hatte. Sie war gegangen, gestanden und einkaufen gewesen und hatte viele Süßigkeiten gegessen. Von den Mitteln mit "Magen wie voll Wasser" wurde Ol. an. gewählt, da es dem Fall ähnlicher war als Mill. oder Phell., und in der 1m-Verdünnung als Einzeldosis gegeben. Einen Monat später ging es ihr in jeder Hinsicht besser, und eine zweite Dosis brachte noch weitere Besserung. Dieser Fall zeigt im Zusammenhang mit meinem Fall eines Brusttumors die Beziehung von Ol. an. zu Neubildungen noch weiter. Olds arbeitet in seiner Abhandlung die auffallenden und eigentümlichen Symptome des Mittels sehr klar heraus. Olds spricht von einer Arzneimittelprüfung an sich selbst, gibt jedoch keine Einzelheiten dazu. Einige von ihm genannte Symptome kann ich weder bei Allen noch bei Hering finden. Diese habe ich in das Schema aufgenommen und gebe für jedes seine Autorität an. Die Bedingungen von Ol. an. geben die charakteristischsten Allgemeinzüge: > durch Reiben; < durch Essen. < Im warmen Zimmer. > Im Freien. Diese sind allgemein, doch gibt es Ausnahmen. Unter den von Olds genannten eigentümlichen Symptomen sind: Zucken der Lippen und Schwellung unter dem rechten Unterkiefer. Das Jochbein fühlt sich an, als werde es gewaltsam nach oben gezogen. Fettiges Gefühl im Mund und Ansammlung von Mengen von Speichel, weiß wie Schnee. Erschlaffung der Wangenschleimhaut; der Patient kann es nicht vermeiden, beim Essen auf die Wange zu beißen. Wundheit der Zunge wie verbrüht. Empfindung, als sei getrocknetes Eiweiß auf den Lippen. Empfindung, als dringe kalte Luft in den Hals, obwohl die Luft warm ist; > Essen und Trinken, < Leerschlucken. Verlangen nach weichgekochten Eiern oder nur nach Brot, mit Abneigung gegen Fleisch. Empfindung, als sei Wasser im Magen; als sei ein Eisklumpen dort. Aufstoßen schmeckt wie Harn und brennt. Empfindung, als würden die Hoden ergriffen und gewaltsam nach oben gezogen. Menstruation zu früh und zu spärlich. Knacken in den Halswirbeln beim Heben des Kopfes. Empfindung in der Kopfhaut, als sei die Haut durchschnitten und wieder zusammengefügt worden. Weitere Empfindungen sind: Als rausche Blut zum Kopf; zum Hinterhaupt beim Betreten eines warmen Zimmers. Als seien glühend heiße Nadeln in der Brust. Als wolle der Daumen (und die Zehe) ulzerieren. Krampfartige Schmerzen in verschiedenen Teilen. Trägheit und Neigung zu sitzen; wortkarg; übelgelaunt. Winans (Med. Adv., xix. 503) gab Ol. an. mit Erfolg in einem Fall von galligem Fieber, wobei die Patientin eine ziemlich fleischige alte Dame war. Die anzeigenden Symptome waren: Langsamer Puls (55). Verlangen nach weichgekochten Eiern. Juckreiz des linken unteren Augenlids. Traurige Stimmung; mürrisch; nichts erfreut sie. In sich versunken, traurig, spricht wenig. Sepia war erforderlich, um den Fall zu vollenden; eines der neuen Symptome war Gelbfärbung der Handflächen. Die linke Seite ist vorwiegend betroffen; wenn eine Richtung vermerkt wird, geht sie von vorn nach hinten und von hinten nach oben. > Durch Reiben ist sehr charakteristisch. > Durch Strecken. > Durch Druck. Ol. an. ist ein frösteliges Mittel, doch das Frösteln (und auch der Schnupfen) sind < in einem warmen Zimmer und > im Freien. Reißen in allen Fingern ist > durch Waschen in kaltem Wasser. Trinken von kaltem Wasser = Druck im Magen. < Durch heiße Getränke. Bewegung > einige rheumatische Schmerzen. Heben des Kopfes = Knacken der Wirbel. < Essen (Schweiß; Tränenfluss; Kopfschmerz). Besonders < nach dem Mittagessen. > Schlucken von Speise oder Getränk, < Leerschlucken (Hals). < Durch Bewegung; durch geistige Anstrengung. > Lagewechsel. Niesen = berstender Schmerz in der Brust. Die Mehrzahl der Symptome ist < nachmittags; auch um 2 Uhr nachmittags. < Vor, während und zu Beginn der Menstruation. < Durch Geräusch (Geräusche im Kopf).
Beziehungen
Antidote: Camph., Nux, Op. Folgt gut auf: Bry. Wird gut gefolgt von: Sep. Vergleiche: Bei Kopfschmerz mit begleitender Polyurie, Ign., Gels. Zuckende Augenlider, Agar. Magensymptome nach Trinken von kaltem Wasser, Ars., Pho., Carb. v. Schmerzen in den Hoden, Puls. < Durch Geräusch (Graph. > Geräusch). > Durch Reiben, Pho., Nat. c., Carb. ac., Canth. Schnupfen < im Freien, Cepa. Tauber Kopf, Graph. Knacken im Nacken beim Bewegen des Kopfes, Nicc. Empfindung von getrocknetem Eiweiß, Alum., Bar. c., Mg. c., Ph. ac., Sul. ac. > Essen und Trinken, < Leerschlucken, Lach. Aufstoßen schmeckt wie Harn (Ag. cast., riecht wie alter Harn). Traurig, mutlos, Puls. (anders als Puls., übelgelaunt). Langsamer Puls, Apocy. Kopfschmerz von hinten nach vorn; Verbrühungsgefühl auf der Zunge, Sang. Fröstelig, Nux, Cyc., K. ca. (doch diese sind < im Freien). Brennen während der Miktion, Caust., Naph. Schnupfen, Naph. Stiche, K. ca., Carb. an. Nagender Schmerz im Hinterhaupt, Glo., Na. sul. Verlangen nach Brot (Nat. m., Abneigung gegen Brot). Bewegungen im Bauch, Crocus. Unterdrückter Fußschweiß, Sil., Sul. < Durch heiße Getränke (Lyc. >). Knacken in Gelenken, Benz. ac.
Ursache
Unterdrückter Fußschweiß.
1. Gemüt
Traurigkeit, Versenkung in sich selbst. Wortkarg und nachdenklich. Zerstreutheit und häufige Abwesenheit des Geistes. Verlust der Gedanken (häufiges Verschwinden des Denkens).
2. Kopf
Kopf verwirrt, mit Benommenheit, wie betäubt. Druck auf dem Scheitel, zum Hinterhaupt wandernd. Schwindel und Drehschwindel beim Bücken. Schmerzhaftes Schwindelgefühl früh morgens im Bett. Schmerzhafte Empfindung von Taumeln und Schwindel, im Freien, beim Bücken. Taubes und lähmungsartiges Gefühl in der (l.) Seite des Kopfes. Schmerzen im Kopf, hauptsächlich in der Stirn, zuweilen schon durch die geringste geistige Anstrengung. Ziehen und Reißen im Kopf, wie nach einer Verkühlung. Heftiges Bohren und einschießende Schmerzen im Kopf, bes. gerade über den Augen (in der l. Stirnbeule). Stauung, mit Hitze und Klopfen im Kopf. Druck, der sich vom Hinterhaupt nach vorn erstreckt, eine Stunde nach dem Mittagessen. Halbseitiger Kopfschmerz und Klopfen an der Gehirnbasis, sich zum Auge der entsprechenden Seite erstreckend; < Bewegung; durch Anstrengung; nach dem Essen; > durch Reiben (Olds). Schmerz im l. Hinterhaupt, der ihn zwingt, den Kopf nach vorn zu halten. Dumpfer Druck an einer kleinen Stelle am Hinterhaupt (l.). Nagender Schmerz in der Hinterhauptsgegend (weniger auf der l. Seite). Bohren an einer kleinen Stelle l. Hinterhaupt. Stechen im Hinterhaupt. Spannung der Kopfhaut mit Wundheit, als sei die Haut durchschnitten und wieder zusammengefügt worden. Empfindung, als rausche Blut zum Hinterhaupt, beim Betreten eines Zimmers. Reißen an der Außenseite des Kopfes, mit Spannung und Gefühl von Wundscheuern. Juckreiz und brennender einschießender Schmerz in der Kopfhaut.
3. Augen
Schmerz in den Augen, als sei ein Sandkorn hineingeraten. Druck und Ziehen in den Augäpfeln. Juckreiz, Brennen und Stechen in den Augen, die beim Reiben verschwinden. Brennender Schmerz in den Augen, bes. (im Freien oder beim Erwachen oder) bei Kerzenlicht am Abend. Tränenfluss und nächtliches Verkleben. Tränenfluss, wenn sie isst (Olds). Zittern und Auffahren in Augenlidern und Augenbrauen. Häufiges Zucken im l. oberen Lid. Verschwommenes Sehen (bes. nachmittags beim Schreiben). Myopie. Dunkle Wolken vor den Augen. Empfindung, als hinge eine Haut über die Augen herab (Olds). Sehen und Hören vergehen für einen Augenblick.
4. Ohren
Einschießende Schmerzen in den Ohren. Stechen in den Ohren. Bohren und Reißen in den Ohren (mit Trockenheit des Halses). Singen, Klingen und Summen in den Ohren, < durch Geräusch.
5. Nase
Juckendes Brennen an der Nasenspitze. Kitzelnder und prickelnder Juckreiz in der Nase. Wundscheuern des Naseninneren. Brennende und nässende Pickel an der Nasenscheidewand. Ziehend-drückender Schmerz an der Nasenwurzel, wenn im Haus; Nase und Kopf fühlen sich verstopft an; im Freien ständiges Tropfen mit > des Kopfes (Olds). Niesen, mit schmerzhafter Empfindung von Bersten und von Wundscheuern in der Brust. Trockenheit der Nase. Schnupfen mit dickem Schleim in der Nase, der schmerzhafte Spannung verursacht. Heftiger trockener Schnupfen. Es schien, als habe er üblen Atem.
6. Gesicht
Bleiches, erdiges Aussehen. Prickeln im Gesicht. Brennende Schmerzen in Wangen und Jochfortsatz. Rötung der Wangen, selbst wenn die Haut kalt ist. Juckende Pickel und Bläschen auf den Wangen. Spannung und krampfartiges sowie lähmungsartiges Ziehen im Gesicht, zuweilen halbseitig (l.). Gelähmtes Gefühl in der r. Gesichtshälfte. Die Jochbeine fühlen sich an, als würden sie gewaltsam nach oben gezogen. Juckreiz der Lippen. Empfindung wie von getrocknetem Eiweiß auf den Lippen (Olds). Lippen rissig. Zucken der Lippen, morgens, im Schlaf. Krampf im Kiefer, der kaum erlaubt, den Mund zu öffnen. Heftiges Knacken im l. Kiefergelenk stets beim Öffnen des Mundes. Schwellung unter dem Unterkiefer.
7. Zähne
Odontalgie, mit ziehendem und reißendem Schmerz, oft vom Ohr aus beginnend. Zuckendes Reißen und Pulsation in der Wurzel eines kariösen Zahnes, mit Empfindung von Kälte, die aus den Zahnspitzen herauskommt. Stiche im r. oberen Backenzahn, durch Druck beseitigt, nach dem Mittagessen.
8. Mund
Trockenheit mit saurem Geschmack im Mund. Trockenheit des Mundes (und Halses) beim Erwachen morgens. Fettiges Gefühl im Mund und am Gaumen. Reichliche Ansammlung von schneeweißem Speichel im Mund. Erschlaffung der Wangenschleimhaut; für den Patienten nahezu unmöglich, das Beißen auf die Wangen beim Essen zu verhindern (Olds). Zunge wund wie verbrüht. Brennen hinten auf der Zunge wie von Tabak. Brennen und Brenngefühl in der Zunge.
9. Hals
Schmerz im Hals, als sei ein harter Körper hineingebracht worden, bes. beim Schlucken. Würgen und Zusammenschnürung des Halses, besonders morgens und abends. Trockenheit des Halses, bes. spürbar beim Leerschlucken. Würgen, Zusammenschnürung, Trockenheit und Kratzen im Hals. Hals trocken mit saurem Geschmack im Mund. Hals sehr trocken morgens, mit Empfindung, als dringe kalte Luft ein, die sie ständig schlucken musste; Schlucken schwierig, obwohl Speise und Getränk leicht durch Rachen und Speiseröhre gingen. Brennender Schmerz im Hals. Ansammlung von zähem Schleim im Hals. Räuspern von zähem Schleim nach einer Mahlzeit.
10. Appetit
Fetter und klebriger Geschmack. Säure im Mund. Mangel an Appetit. Abneigung gegen Fleisch und gegen alle Speisen außer Brot. Verlangen nach weichgekochten Eiern.
11. Magen
Aufstoßen mit Geschmack der Speise oder des Harns. Leeres und brennendes Aufstoßen. Häufiges leeres Aufstoßen, > die Übelkeit und den Brechreiz. Ekel und Übelkeit, mit Neigung zum Erbrechen, bes. während und nach einer Mahlzeit oder mit Druck auf der Brust. Plötzliche Neigung zum Erbrechen; der Magen scheint sich umzudrehen; nach zweimaligem Aufstoßen verschwindet sie. Magen sehr empfindlich gegen äußeren Druck. Empfindung, als sei der Magen voll Wasser. Schmerzen im Magen und in der Präkordialgegend, zuweilen nach Trinken von kaltem Wasser. Stechen im Magen. Zusammenschnürung des Magens. Empfindung, als drehe sich etwas im Magen; als drehe sich der Magen ganz um. Prellungsschmerz in der Magengegend. Empfindung von eisiger Kälte oder von brennender Hitze im Magen. Brennen und Hitze vom Magen zur Brust.
12. Bauch
Dumpfe einschießende Schmerzen und Druck in der Lebergegend und Milz (bei jedem Atemzug). Fülle und Auftreibung des Bauches, mit schmerzhafter Empfindlichkeit gegen die geringste Bewegung des Körpers. Krampfartiger Schmerz im Bauch, an umschriebenen Stellen. Kneifen im Bauch, und bes. nach Essen oder Trinken von etwas Heißem. Schneidende Schmerzen im Bauch, bes. in der Nabelgegend, zuweilen mit Diarrhö. Zusammenziehende Schmerzen im Bauch, bis zum Magen reichend, mit Übelkeit. Wühlen und Schneiden im ganzen Bauch. Ziehen in der Leistengegend, sich in die Hoden erstreckend. Ansammlung von Blähungen, mit Gurgeln und Bewegung im Bauch. Verlagern von Blähungen im Bauch mit Rumoren. Häufiger Abgang übelriechender Winde.
13. Stuhl und Anus
Verstopfung. Harte, spärliche, schwierige Stühle, die nicht ohne Pressen abgehen. Schwieriger Stuhl, selbst wenn natürlich. Weiche, häufige Entleerungen. Diarrhö, mit Schneiden, vor, während und nach einer Entleerung. Brennen und Stechen in Anus und Rektum. Nach einem Stuhl Schmerz wie von einer Prellung im Bauch oder brennender Schmerz und Schmerzen im Anus.
14. Harnorgane
Häufiges und dringendes Bedürfnis zu urinieren, mit Tenesmus und spärlicher Entleerung. Druck auf der Blase. Kleiner Harnstrahl. Blasser und reichlicherer Harn, der rasch ein wolkiges Sediment absetzt. Grünlicher Harn. Trüber Harn, mit tonartigem Sediment. Brennender Schmerz beim Wasserlassen. Juckreiz in der Harnröhre.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Ziehende einschießende und schneidende Schmerzen im Penis. Brennendes Stechen an der Peniswurzel (nachmittags). Ziehende Schmerzen in den Hoden. Schwellung und Retraktion der Hoden, mit schmerzhafter Berührungsempfindlichkeit. Drücken in der Prostata. Nächtliche Erektionen und Pollutionen.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation verfrüht, mit spärlichem Abgang schwarzen Blutes, (vorangegangen von und) begleitet von schneidenden Schmerzen in Bauch und Lenden, einschießenden Schmerzen im Kopf und Mattigkeit in Händen und Füßen. Leukorrhö, mit serösem und klarem Schleim.
17. Atmungsorgane
Heiserkeit und Rauheit im Hals. Heiserkeit mit Unfähigkeit, laut zu sprechen. Rauheit im Hals, die trockenen Reizhusten hervorruft. Krampfartige Kontraktion in der Luftröhre, bes. nachts. Kleiner trockener Husten, gewöhnlich in einzelnen Stößen, mit Kitzeln im Hals.
18. Brust
Behinderte Atmung, in Rückenlage, als sei der Rachen zusammengedrückt; verschwindend bei Lagewechsel. Beklemmung der Brust beim Treppensteigen oder Bergaufgehen, durch Auftreibung des Bauches. Prellungsschmerz in der Brust. Schmerzen und einschießende Schmerzen in der Brust. Schneidende Schmerzen in der Brust. Blutandrang zur Brust mit trockener Hitze des Gesichts. Ängstliches Aufwallen mit Hitzegefühl und Brennen in der Brust, begleitet von einem Hitzegefühl, das aus dem Bauch aufzusteigen scheint. Heftiger Stich im oberen Teil der Brust, nahe dem Brustbein, wie von einer glühend heißen Nadel; die Brust brannte noch lange Zeit weiter; um 2 Uhr nachmittags. Heftiger, stechender Stich in der Brust bei der r. Achselhöhle. Stiche in den Schlüsselbeinen. Ein sehr langer Stich unter der l. Mamma. Ein scharfer Stich in der Mamma, nach vorn reichend, im Stehen. Einige dumpfe Stiche unter der l. Mamma, die beim Reiben verschwinden, aber zurückkehren; gleichzeitig Stiche am r. Ring- und Mittelfinger. Ein Schmerz fast wie ein Erschüttern unter und hinter der l. Mamma, nach Reiben verschwindend, gefolgt von Wärme über den ganzen Körper. Reißen in der r. Mamma.
19. Herz
Schmerzen und Schmerz wie von einer Prellung im Herzen. Druck und quetschendes Gefühl um das Herz.
20. Hals und Rücken
Schmerzhafte Empfindlichkeit, Starre und Spannung im Nacken und Rücken. Knacken in den Gelenken des Nackens beim Heben des Kopfes. Reißen in den Muskeln der r. Halsseite, von wo es sich in das r. Jochbein erstreckt, zusammen mit Reißen in zwei r. oberen Backenzähnen. Empfindung, als erstrecke sich ein warmer Hauch den Nacken hinauf, mit angenehmem Gefühl. Ziehen und Steifigkeit in den r. Nackenmuskeln, nicht < durch Bewegung, aber < durch Berührung. Druck, der sich von beiden Seiten des Rückens nach vorn erstreckt. Feines Stechen im Rücken hinter der l. Mamma. Plötzliches Stechen in der Gegend der r. falschen Rippen nahe der Wirbelsäule; Stelle berührungsempfindlich. Brennendes Reißen und Stiche oberhalb des l. Schulterblatts. Klopfen und Druck im Kreuzbein zeitweise sehr heftig. Zerrender Schmerz in den Lenden, bes. beim Bücken und beim Sitzen.
21. Extremitäten
Lahmheit der l. unteren Extremität und des l. Arms.
22. Obere Extremitäten
Ziehen und Reißen in den Armen, Händen und Fingern. Ziehen und Wühlen im r. Daumen, als wolle er ulzerieren. Einschießende Schmerzen in Armen und Händen. Prickeln in den Fingern. Taubheitsgefühl der Finger.
23. Untere Extremitäten
Krampfartiges Ziehen und Spannung in Oberschenkeln und Kniekehlen, als seien die Sehnen zu kurz. Ziehen und Reißen in Oberschenkeln, Beinen, Füßen und Zehen. Einschießende Schmerzen in Knien und Füßen. Prickeln in den Extremitäten. Große Schwäche der Beine. Steifigkeit der Beine beim Gehen. Stechen in der Fußsohle. Prickeln an einer Stelle in der Mitte der Fußsohle, abends. Krampf in den Zehen. Reißen in der großen Zehe, die schmerzhaft ist wie ulzeriert, besonders nahe dem Nagel.
24. Allgemeines
Krampfartiges Ziehen in verschiedenen Teilen. Ziehen und Reißen in den Extremitäten. Prickeln in verschiedenen Teilen. Spannung in einigen Extremitäten, als seien die Sehnen zu kurz. Starre und lähmungsartige Schwäche in den Extremitäten, mit Niedergeschlagenheit und Zittern. Mattigkeit mit Trägheit; Neigung zu sitzen. Ohnmacht. Unsicherer Gang.
25. Haut
Heftiger allgemeiner Juckreiz und zuweilen Brennen oder Brennen in verschiedenen Teilen der Haut. Bläschen, skabiesartigen Pickeln ähnlich. Wundscheuern in Gelenkbeugen.
26. Schlaf
Dringende Neigung zum Schlafen am Tag, mit Gähnen und häufigem Strecken, bes. nach dem Mittagessen. Anhaltender Schlaf am Morgen. Verzögertes Einschlafen am Abend. Häufiges oder vorzeitiges Erwachen am Morgen, ohne wieder einschlafen zu können. Sehr leichter Schlaf, gestört durch das geringste Geräusch.
27. Fieber
Frösteln, Schaudern und Kälte, häufig begleitet von Hitze in anderen Teilen oder wechselnd mit Hitze. Kälte nach einem Gang im Freien. Kälte der ganzen l. unteren Extremität. Schaudern vom Scheitel zur Brust. Schaudern: im Haus; nach Betreten des Hauses; an einem Ofen; beim Betreten eines warmen Zimmers aus dem Freien. Eisige Kälte kriecht den Rücken hinauf. Zunahme der natürlichen Wärme, bes. nach Gehen im Freien. Trockene Hitze am Abend. Trockene, prickelnde Hitze, besonders im Gesicht. Vorübergehende Hitze, oft mit Schweiß an Kopf, Brust und Händen. Vorübergehende Schweißanfälle, bes. während der Ruhe. Schweiß während einer Mahlzeit.