Carlsbad.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Die Wässer der Sprudel- und Mühlbrünnen-Quellen. Verdünnungen.
Klinisches
Erröten nach dem Essen / Verstopfung / Krampf / Schwäche / Diabetes / Gicht / Rheumatismus / Ischias / Verstauchungen / Harn, Drang zum Lassen
Charakteristika
Carlsbad-Wasser ist eine sehr komplizierte Lösung, die überwiegend Sulfit, Bicarbonat und Chlorid des Natriums enthält, dazu Carbonate, Sulfate, Phosphate, Fluorid und Oxide von Calcium, Magnesium, Strontium, Ferrum, Manganum, Kalium, Aluminium, Silicium und Kohlenstoff, mit Spuren von Natriumiodid und -bromid, von Cäsium, Rubidium, Lithium und Borsäureoxid. Seinen hauptsächlichen Ruf hat es durch seine Wirkung auf die Leber sowie in der Behandlung von Fettsucht und Diabetes erworben. Seine Wirkung ist an einigen gesunden Personen beobachtet worden, doch der Hauptteil der Symptome, von denen viele auffallend eigentümlich sind, ist von Patienten unter Behandlung erhalten worden. Sie sind jedoch hinreichend charakteristisch und haben die Indikationen für viele homöopathische Heilungen geliefert. Am hervorstechendsten sind die folgenden: Empfindung von Erschöpfung; von Schwäche, so dass sie zitterte und nichts sicher halten konnte. Müde, niedergeschlagen, träge; ängstliches Zittern. Schwäche aller Organe; der Sprachorgane (Sermo abdominalis); der Harnblase (Strahl schwach und langsam, nur mit Hilfe der Bauchmuskeln entleert); des Rektums (Stuhl langsam und nur mit Hilfe entfernter Teile des Darmkanals entleert; die peristaltische Bewegung schien nicht weit vom Ende der Därme aufzuhören, und kein Maß an Pressen war von irgendeinem Nutzen; die Fäzes schienen eher zurückgehalten als vorwärtsgeschoben zu werden.) Allgemeines Unbehagen. Allgemein ängstliche Empfindung, als ob das Blut in der Arterie stocken würde, mit ständigen Hitzewallungen. Schmerzen: wie bei Verrenkung und Verstauchung; ziehend; reißend, stechend; brennend; dumpfe Stöße und Rucke. Ich habe gefunden, dass Carlsb. in Potenzen seinen Indikationen ausgezeichnet entspricht. W. J. Guernsey heilte damit Ischias bei einem alten Mann, mit Krampf im linken Knöchel. Etwa einen Monat nach Absetzen des Mittels klagte der Patient, er fühle sich mehrere Stunden nach dem Aufstehen aus dem Bett in den Lenden gelähmt, besser im Verlauf des Tages. Dies war ein neues Symptom, den Wirkungen von Carlsb. sehr ähnlich. Periodizität wird vermerkt: Wirkungen wiederholen sich nach zwei bis vier Wochen. Die Haut weist rote Flecken und Streifen auf, häufig brennend wie Feuer. Pickel und Pusteln. Kriechen und Prickeln an verschiedenen Körperteilen, mit Schweißausbruch. Juckreiz an verschiedenen Körperteilen. Viel Juckreiz und vermehrter Schweiß der Genitalien. Erhöhte Empfindlichkeit der Haut. Empfindlichkeit gegen kalte Luft; große Neigung, sich zu erkälten. Häufiger Wechsel von Schauder, Frösteln und Hitze. Hitzewallungen am ganzen Körper, besonders im Gesicht, mit Schweiß auf der Stirn. Hitze des Kopfes mit Rötung des Gesichts und kriechenden Schauern. Schwitzt leichter. Schweiß färbt die Wäsche gelb.
< morgens und abends; nach Essen und Trinken; beim Aufsteigen; nach dem Hinlegen ins Bett. > Im Freien; bei Bewegung. Selbst die Kopfschmerzen sind > Bewegung.
Beziehungen
Vergleiche: Nat. sul. (empfindlich gegen Kälte); Carb. an. (Schweiß färbt gelb); Cepa (Tränenfluss); Nux (< nach dem Essen); Puls., Carb. v. > im Freien); Bell., Glo. (Kopfschmerz); Anac., Apis, Nux mosch., Pho. ac. (geistesabwesend); Alo. (Knacken im Kopf).
1. Gemüt
Erregt und verdrießlich (morgens beim Aufstehen), oft wie außer sich über Kleinigkeiten, mit Hitzewallungen am ganzen Körper. Selbstzufrieden, sehr gesprächig und ungewöhnlich gut gelaunt. Empfindsam, durch die Leiden anderer zu Tränen gerührt. Schmerzhafte Niedergeschlagenheit bei vollem Magen. Zusammenschnürende Angst in einem Zimmer; > im Freien. Mutlos und ängstlich wegen häuslicher Pflichten. Erschwertes Denken; Abneigung gegen alle geistigen Anstrengungen. Geistesabwesend; achtlos; vergisst Namen; große Schwierigkeit, sich schriftlich auszudrücken; lässt oft Buchstaben aus.
2. Kopf
Schwindelige Verwirrung und Schweregefühl < nach dem Essen; > im Freien. Augenblickliche Schwindelanfälle, musste sich festhalten; auch Drehen, als ob im Kreis; > im Freien. Blutandrang zum Kopf, mit Schweregefühl und Verwirrung. Knacken, als ob etwas im Kopf zerbräche, < abends beim Hinlegen. Drückender, betäubender, reißender Kopfschmerz. Reißender Kopfschmerz, bald rechts, bald links, in Schläfen und Hinterhaupt, > Bewegung. Pochen und Schlagen im Kopf, Scheitel und Hinterhaupt, mit bläulich-rotem Gesicht, < beim Aufsteigen. Kopfschmerz, Stirn und Schläfen, mit geschwollenen Schläfenvenen. Kopfschmerz < im Zimmer, > im Freien, > bei Bewegung. Ziehendes Kriechen im Periost des Schädels. Empfindlichkeit des Periosts. Haare fallen aus. Das Glattstreichen der Haare ist sehr schmerzhaft. Empfindung, als ob etwas Kaltes über den ganzen Kopf liefe und die Haare sich sträubten.
3. Augen
Hitze strömt aus den Augen, mit Brennen und Drücken in ihnen und dem Anschein schwarzer Flecken, die umherschwimmen. Brennen und Drücken, als ob die Augen nach unten gedrückt würden; als ob sie zu groß für die Augenhöhlen wären. Heftiger Druck über den Augenhöhlen. Zucken, Zittern in den oberen Augenlidern, Reiben verursachend, als ob ein Fremdkörper dort wäre. Übermäßiger Tränenfluss, < beim Gebrauch der Augen. Augen schwach, tränen; Lider verklebt; kann keine feine Naharbeit verrichten. Gegenstände schwimmen vor dem Sehen. Zittern, Flimmern vor dem Sehen; feurige Funken; Zickzacklinien; gegabelte Körper und graue Flecken; Wolken; Schleier.
4. Ohren
Vermehrte Wärme im Ohr, das juckt. Feine zuckende Stiche von der Eustachischen Röhre zum Trommelfell, > durch Bohren mit den Fingern. Summen, Brausen, Klingeln in den Ohren, zeitweise wechselnd in vorübergehenden Hörverlust.
5. Nase
Bläuliche Farbe der Nase; Schwellung der Nasenvenen. Gewohnheitsmäßiges Nasenbluten. Nasenbluten bei Unterdrückung der Menses. Häufiges Niesen; Ausschnauben von dickem Schleim. Katarrh von Nase und Hals, mit Heiserkeit. Stockender Katarrh. Empfindlichkeit der Nase, wie bei beginnendem Katarrh. Verlust des Geruchs nach Verstopfung der Nase.
6. Gesicht
Gesicht gelb; fahl; wechselt die Farbe; Rötung und Hitze; etwas geschwollen. Rechte Wange zitternd und prickelnd; reißend, ziehend; schneidend-ziehend im Jochbeinfortsatz unter dem rechten Auge, als ob die Jochbeinfortsätze ausgedehnt wären; rechter Jochbeinfortsatz, Empfindung von Spinnweben, als ob er ständig etwas wegreiben müsste. Unterkiefer im Schlaf gegen den Oberkiefer gepresst; sogar Knirschen der Zähne.
7. Zähne
Dicker, breiiger Schleimbelag auf den Zähnen. Zähne lockern sich und fallen aus; hervorstehend, Zahnfleisch schmerzhaft geschwollen. Reißen in den Wurzeln der oberen Backenzähne; < nach jeder Mahlzeit > durch Riechen an Cham.). Zahnschmerz < Kälte oder Wärme.
8. Mund
Zunge weiß belegt, mit üblem Geruch aus dem Mund. Trockenheit des ganzen Mundes, besonders des Gaumens, als ob ausgetrocknet, mit vermehrtem Durst. Speichelfluss und häufiges Ausspucken. Morgens, nach dem Erwachen, ist der ganze Mund oft mit Schleim ausgekleidet, der wie Kleister an den Zähnen haftet und ein pelziges Gefühl im Mund verursacht. Toniger, breiiger Geschmack mit Speichelfluss. Alles schmeckt wie gesalzen.
9. Hals
Ständig viel Heraufbringen von Schleim durch Räuspern.
11. Magen
Appetit und Durst stark vermehrt. Häufiges Aufstoßen; manchmal nach der Speise riechend und schmeckend, manchmal sehr bitter. Schluckauf und Gähnen zugleich, < nach Trinken und Essen. Häufiges Sodbrennen mit Ansammlung von viel Wasser im Mund; auch mit Aufstoßen einer fast ätzenden Flüssigkeit und lang anhaltendem saurem Geschmack im Mund. Übelkeit mit Speichelfluss und Schauder. Empfindung wie von Leere und danach Heißhunger. Druck und Schweregefühl nach dem Essen; Kontraktion; Auftreibung; Brennen; Schaben, ranzige Empfindung.
12. Bauch
Drücken, Kneifen bald in den Hypochondrien, bald von dort einschießend zum Nabel. Zuckende Stiche in Rucken. Brennender Schmerz in der Milz. Empfindung eines um den Bauch gespannten Reifs, besonders bei tiefer Einatmung. Vorübergehende Stiche aus der Kreuzgegend durch das Becken zum Schambein und zur Leistengegend hin. Greifende Schmerzen und Windkolik.
13. Stuhl und Anus
Fließende Hämorrhoiden. Brennen im Rektum mit ständigem Druck; das Rektum wird oft herausgepresst. Einschießender Schmerz in Rektum und Anus, häufig bis zum Penis reichend. Knoten von Haselnussgröße am Anus, mit Brennen nach dem Stuhl und erschwertem Gehen. Abgang von blutigem Schleim mit Juckreiz und Brennen im Anus, nach oben zum Rektum reichend. Abgang von Blut in Tropfen oder im Strahl, sogar ohne Stuhl beim Gehen. Schleimige Diarrhö. Breiige weiche Stühle. Stühle grün oder dunkelgrün. Gallensteine abgegangen. Empfindung während eines dünnen Stuhls, als ob er stückweise abgehe. Verstopfung, Stuhl bleibt mehrere Tage aus, harte Klumpen, sehr schwierig. Stuhl langsam, nur mit Hilfe entfernter Muskeln entleert; die peristaltische Tätigkeit schien nahe dem Ende des Darms aufzuhören: die Fäzes schienen zurückgehalten zu werden.
14. Harnorgane
Häufiger Drang mit Abgang von reichlichem wässrigem Harn. Harn fließt langsam in schwachem Strahl, mit Hilfe der Bauchmuskeln. Sediment zuweilen ziegelrot, zuweilen zäh wie Froschlaich; zuweilen dicker Schleim und sogar kleine Blutklumpen enthaltend. Harn färbt Wäsche dunkelgelb.
15. Männliche Sexualorgane
Hoden geschwollen ohne Zeichen von Entzündung; drückender Schmerz.
16. Weibliche Sexualorgane
Drei Tage nach Aufhören der Menstruation Abgang von Klumpen zähen schwarzen Blutes und später ungewöhnlich heftige Leukorrhö.
17. Atmungsorgane
Häufiges Räuspern von Schleim. Empfindung von Wundheit; Empfindlichkeit; Schaben und Kitzeln. Heiserkeit und Rauheit der Stimme. Erschwertes Atmen beim Treppensteigen; und beim Tragen einer leichten und gewohnten Last.
18. Brust
Schwäche in der Brust während des Schreibens, > Gehen. Schweregefühl; Fülle; Beklemmung; Angst. Eigentümliche Empfindung von Beklemmung im unteren Teil der Brust, als ob die Lunge nicht genug Raum hätte, sich auszudehnen, musste tief atmen. Stiche in der Brust. Schmerzhaftigkeit im Herzen, häufige vorübergehende Stiche und schmerzhaftes Ziehen.
19. Herz
Spannung und Kontraktion in der Herzgegend. Drücken und Brennen mit warmem Aufwallen und Blutandrang. Plötzliche augenblickliche zuckende Stiche durch das Herz ohne besondere Ursache, so dass er beim Gehen stehen bleiben muss.
20. Hals und Rücken
Ziehender Schmerz im Nacken und Schulterblatt. Steifigkeit; Lähmung; Druck. Hitze und Brennen und zuweilen ein Schauder über den Rücken. Spannungsartige und drückende Schmerzen von der Kreuzgegend zur Gegend der Geschlechtsteile hin.
21. Extremitäten
Knacken in allen Gelenken. Zittern und Kriechen in den Gelenken und Extremitäten. Unruhe; bald Strecken, bald Beugen; mit Gähnen. Empfindung des Einschlafens; Steifigkeit. Schweregefühl der Arme nach dem Schreiben, mit Kälte und Einschlafgefühl in den Fingerspitzen. Varizen der oberflächlichen Venen der unteren Extremitäten.
26. Schlaf
Ständiges Gähnen und Schläfrigkeit; < nach einer Mahlzeit. Furchtbare Träume mit Umherwerfen. Nicht erinnerte Träume.