Carboneum Sulphuratum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Schwefelkohlenstoff. Alcohol Sulphuris. Alcohol Lampadii. CS 2 . Lösung in rectifiziertem Spiritus.
Klinisches
Akne / Amblyopie / Anämie / Apoplexie / Verbrennungen / Prediger-Halsschmerzen / Drüsenschwellungen / Kropf / Gicht / Sodbrennen / Hemiplegie / Hernie / Herpes phlyctenoides / Herpetische Dyskrasie / Impetigo / Krätze / Leberleiden / Gedächtnis, verloren / Menière-Krankheit / Geräusche im Kopf / Progressive Muskelatrophie / Rheumatismus / Verbrühungen / Ischialgie / Spinale Sklerose / Tetanus
Charakteristika
Carbon. sulph. vereinigt viele Eigenschaften seiner beiden Elemente. Es wurde zuerst durch seine Wirkungen auf Arbeiter in Gummifabriken bekannt. Hier ist ein akuter Fall: Ein 15-jähriges Mädchen, in einer Vulkanisierfabrik beschäftigt, war einen ganzen Tag den Dämpfen ausgesetzt. Zuvor hatte sie von den Dämpfen Stirnschmerzen und Schweregefühl des Kopfes gehabt. Danach wurden die Schmerzen heftiger und waren begleitet von schmerzhafter Kontraktion der Masseteren, dann von Steifigkeit des Halses und der Wirbelsäule; schließlich der Beine und Arme. Die Kontraktur war generalisiert, aber nirgends vollständig, obwohl die Kiefer nicht getrennt werden konnten. Ulzerative Stomatitis folgte, und Zahnstein sammelte sich auf den Zähnen an. Zu den chronischen Wirkungen gehören: Verdauungsstörungen von äußerster Schwere. Tremor, Schwindel, Klingeln in den Ohren mit schlechtem Gehör; Schlafunfähigkeit; muskuläre Schwäche, mehr oder weniger Ataxie, starke Zunahme der mechanischen muskulären Reizbarkeit, Störung des Sehens und der Sensibilität, Romberg-Symptom (Trophoneurose; faziale Hemiatrophie); Harninkontinenz; Impotenz. Im Medical Argus (Juli bis Dezember 1891) hat H. H. Crippen aus mehreren Quellen Fälle von Intoxikation von Arbeitern mit Carb. bisul. gesammelt. Die Wirkung auf das Sehen war in vielen Fällen sehr ausgeprägt. Myopie, Asthenopie; Achromatopsie, Dyschromatopsie, Trübung und Atrophie der Papille, zentrales Skotom für Licht und Farben; retinale Stauung, Arterien und Venen geschlängelt; Venen erweitert, Arterien kontrahiert; Papillen bleich. Alles schien in einem Nebel; als läge ein Spinngewebe über den Gegenständen; grün oder rot. Ein Patient hatte eine vollständige rechtsseitige Hemiplegie nach plötzlichem Bewusstseinsverlust, Blindheit des rechten Auges und starker Beeinträchtigung des Sehens links. Gedächtnisverlust, besonders für Wörter, war ein sehr häufiges Symptom; Wahnvorstellungen waren häufig: "Hörte Stimmen und glaubte, er habe einen Raub begangen"; "Empfindung eines Loches dicht daneben, in das er zu fallen drohte." E. E. Case hat mit Carb. sul. 30 bei einer schlanken, nervösen Frau die folgenden Symptome geheilt: "Empfindung, als sei ein Gewicht zwischen den Schulterblättern, das sie zwingt, sich nach vorn zu beugen. Klopfen in der dorsalen Wirbelsäule, als schlüge dort ein Herz. Verstopfung mit wirkungslosem Stuhldrang. Hämorrhagie von hellrotem Blut aus dem Rektum nach dem Stuhl. Juckreiz am Anus nach dem Stuhl, auch nachts. Füße abends geschwollen, heiß und klopfend." Carb. sul. hat die Blähsucht von Carbo veg. und die abdominale Wundheit von Sulphur. Es erzeugt Ausschläge von Herpes und Impetigo, Absonderungen, die wund machen und heftigen Juckreiz hervorrufen. Es entspricht der herpetischen Diathese. Die Schmerzen sind brennend, reißend, zuckend und stechend und neigen dazu, in regelmäßigen Abständen über lange Zeit wiederzukehren. Schmerzen kommen und gehen schnell. Die Periodizität zeigt sich wie bei der Diarrhö, die alle sechs Wochen kommt. Das durch Wärme, das . und . gemeinsam ist, zeigt sich in "Zahnschmerz, hervorgerufen durch warme Speisen." Sehen abends; in der Dämmerung; nach dem Essen. Durch die geringste Bewegung; durch Gehen. Nachts. Schlaf ist unruhig mit Hin- und Herwerfen im Bett. Ein Gefühl von Vibration und Zittern im ganzen Körper, besonders in den Händen. Anästhesie der Haut und Schleimhäute.
Beziehungen
Vergleiche: Caust., Chi. und Nat. salic. bei Menière-Krankheit; Carb. v. bei Flatulenz; Sulph. (Empfindlichkeit des Bauches); Benz. dinit. (Sehen); Anac. (hört Stimmen); Can. ind. (Empfindung von Öffnen und Schließen im Kopf). Kali bi., Sil., Sul. (Haargefühl im Hals).
1. Gemüt
Denken erschwert. Gedächtnis mangelhaft; kann das richtige Wort nicht finden. Große Geschwätzigkeit, aber häufiger Gedächtnisverlust für Wörter. Suchten nach Dingen, die vor ihnen lagen. Kindisch und idiotisch. Mürrisch, verdrießlich; heftig, jähzornig. Heiterkeit, an Trunkenheit grenzend. Gleichgültig gegen die Umgebung. Reizbarkeit, gefolgt von Verdauungsstörung. Lachen ohne Ursache. Wahnvorstellungen; hörte Stimmen und glaubte, er habe einen Raub begangen. Sah Hindernisse vor sich, die nicht existierten. Empfindung eines Loches dicht daneben, in das er zu fallen drohte. Anfälle von Halbbewusstlosigkeit mit krampfhaften Bewegungen der Extremitäten, eine halbe Minute anhaltend. Anfälle, hysterischen Anfällen ähnlich, mit krampfhaften Bewegungen des Gesichts. Plötzlicher Bewusstseinsverlust, sieben Tage anhaltend, mit vollständiger rechtsseitiger Hemiplegie, völliger Blindheit des r. Auges und starker Beeinträchtigung des Sehens des l.
2. Kopf
Plötzliche Schwindelanfälle im Sitzen. Kopfschmerz und Schwindel. Dumpfes, benommenes Gefühl in der Stirn, als zöge sie sich zusammen. Häufige Ohnmachtsanfälle. Druck am stärksten in der Stirn. Kopfschmerz von zusammendrückendem Charakter mit starkem, schwerem Schmerz in Stirn und Schläfen, als werde der Kopf in einem Schraubstock zusammengedrückt oder trage ein schweres Gewicht. Heftiger Kopfschmerz, zunehmend, bis das Gemüt betroffen ist. Sehr stechende Schmerzen im Kopf, durch die Schläfen, fast jeden Tag, besonders nach dem Mittagessen; Taubheitsgefühl bis zum Scheitel hin. Kopfschmerz in den Schläfen und im Hinterkopf. Starker Schmerz im Hinterkopf. Kopfschmerz, als öffne und schließe sich der Kopf. Durchdringender Schmerz < Kopfschütteln und schwere Schritte. Schwankungen im Kopf < Kopfbewegen. Schmerzhaftes, schweres Gefühl im Kopf nach dem Frühstück. Bürsten der Haare ist schmerzhaft. Juckreiz auf dem Kopf; Pickel wund bei Berührung.
3. Augen
Trübes Sehen; Gegenstände verschwimmen. Verschwinden des Sehens. Trübung des Sehens mit Schwindel. Trübung des Sehens wie durch Nebel oder Dunst vor den Augen. Trübung des Sehens; Gegenstände erscheinen grün, dann rot und neblig. Macht Fehler in Bezug auf die Form der Gegenstände. Diplopie. Vollständige Achromatopsie. Einengung des Gesichtsfeldes für Weiß und Blau; Rot und Grün völlig fehlend. Zentrales Skotom für Rot. Zentrales Skotom für Weiß und Farben. Geblendet durch helles Licht. Ständige Blitze und Flecken vor den Augen. Muscæ volitantes. Erscheinung wie von einem Spinngewebe vor den Augen. Lesen bringt Tränen in die Augen. Leichte Unempfindlichkeit der Bindehaut gegen Berührung. Pupillen erweitert und träge. Feine, schwebende Fäden und Pünktchen im Glaskörper. Ablagerung weißlicher, glänzender Knötchen in der Macula lutea. Ischämie der Papille. Atrophie der Papillen. Papille bleich, tief exkaviert, weniger durchsichtig als normal. Stauung der Papillen. Retinale Stauung, Arterien und Venen geschlängelt. Erweiterung der retinalen Venen; Arterien zu klein. Kleine Zone umschriebener Retinitis entlang der retinalen Gefäße; Blutgefäße haben eine doppelte Kontur. Sehen > in der Dämmerung. Sehen > durch Essen, < beim Fasten, konnte oft nach einer Mahlzeit lesen. Gezwungen zu blinzeln, um klar zu sehen. Sehen > am Abend. Pustel am oberen Lid, juckt und brennt. Lider schwer; wund beim Bewegen; Zittern.
4. Ohren
Stiche in den Ohren; nach dem Stuhl. Schmerz im l. Ohr beim Schlucken. Ohren wie verstopft. Klingeln, mehrere Tage anhaltend. Singen und Summen wie eine Äolsharfe beim Gehen am Morgen. Schwerhörigkeit.
5. Nase
Nasenspitze brennt, ist rosarot, brennend wie wund. Kitzeln in der Spitze mit Reizung zum Niesen. Ausschlag. Verminderung des Geruchssinns. Epistaxis.
6. Gesicht
Blässe des Gesichts. Verwirrter Ausdruck. Ausschlag wie die Akne der Trinker auf Nase und Wangen. Lippen trocken und brennend. Zusammenziehendes Gefühl in den Muskeln des Unterkiefers. Kiefersperre.
7. Zähne
Zahnstein sammelt sich auf den Zähnen an. Zahnschmerz, hervorgerufen durch warme Speisen.
8. Mund
Lispelnde, stotternde Sprache wie die eines Kindes. Salziger Geschmack des hochgeräusperten Schleims. Trockener Mund mit unstillbarem Durst. Speichelfluss mit Übelkeit; klebriger Speichel. Ansammlung von Wasser süßlichen Geschmacks im Mund.
9. Hals
Kitzeln hinten am Gaumen nach dem Hinlegen. Brennen im Hals, bis zum Magen reichend. Empfindung, als habe sich ein Haar im Hals festgesetzt; als habe sich ein Knochenstück im oberen Ösophagus festgesetzt. Schlucken schwierig, verursacht Schmerz im l. Ohr.
10. Appetit
Heißhunger. Hunger mit Abneigung gegen Essen. Appetitlosigkeit und schwere Sättigung beim Essen. Starker Durst, Verlangen nach Bier. Viele Symptome treten nach dem Essen auf. Scharfe, brennende Aufstöße nach dem Essen.
11. Magen
Saures Aufstoßen mit Abgang vieler saurer Blähungen; > durch Aufstoßen. Neigung zum Erbrechen beim Betreten eines Zimmers oder beim Hinausgehen ins Freie. Erbrechen von bitterem Wasser. Erbrechen, gefolgt von sofortiger Erleichterung. Drückende, stechende, brennende Schmerzen im Magen. Gefühl im Magen, als sei er zusammengebunden. Äußerste Empfindlichkeit. Sodbrennen.
12. Bauch
Erbrechen; Schmerzen im Bauch; schmerzhafte Krämpfe, gefolgt von solcher Muskelschwäche, dass er nicht stehen konnte. Leberleiden mit Wassersucht der Füße. Schneiden in den Därmen. Nabel mit Schmerz eingezogen. Drehen, Rollen, Rumoren; Auftreibung; Bauchdecken wund. Inkarzerierte Hernie.
13. Stuhl und Anus
Sehr übelriechender und häufiger Abgang von Blähungen. Stühle: dünn, breiig, klein; gelblich, schäumend, sauer riechend, flüssig, mit Tenesmus und kolikartigen Schmerzen; Nabel eingezogen; traten nachts auf. Chronische Diarrhö, alle vier bis sechs Wochen auftretend und ein oder zwei Tage anhaltend. Nach dem Stuhl: Kopfschmerz; Stiche in den Ohren; Druck im Magen; Brennen; Schwäche und Zittern. Hellrotes Blut mit dem Stuhl. Verstopfung: mit Aufstoßen; mit Hunger. Brennen und Juckreiz am Anus.
14. Harnorgane
Stichartiger krampfartiger Schmerz in Harnblase und Blasenhals, bis zur Harnröhre hindurch, gleichzeitig ähnlicher Schmerz in Anus und Rektum. (Um Mitternacht, beim Heimkommen und Trinken eines Glases Wein.). Häufiger Drang, Wasser zu lassen; Kitzeln im vorderen Teil der Harnröhre. Unwillkürliche Miktion.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Sexuelle Erregung, gefolgt von vollständigem Verlust des Verlangens. Verlangen verloren ohne vorherige sexuelle Erregung. Brennen in der Harnröhre: bei Erektionen; beim Harnlassen. L. Hoden geschwollen und verhärtet. Impotenz bei atrophierten Hoden.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation fünf Tage zu früh. Eierstöcke fast obliteriert. Wehen zu schwach.
17. Atmungsorgane
Heiserkeit, Reizung zum Räuspern; Hitze im Kehlkopf; Kratzen und wie abgeschabtes Gefühl. Atem heiß. Atmen schwierig; nur > durch tiefes Atmen im Freien. Fliegende Stiche in der Brust, schnell vorübergehend, aber häufig wiederkehrend. (Asphyxie durch Alkohol und durch Kohlengas). Husten durch Reizung im Kehlkopf oder an der Bifurkation der Trachea. Husten verursacht durch Sodbrennen.
20. Hals und Rücken
Rheumatische Schmerzen und Steifigkeit des Halses. Kropf. Gefühl einer schweren Last, die am Rücken zwischen den Schulterblättern hängt. Schmerz im Kreuz und in den Lenden.
21. Extremitäten
Knacken in den Gelenken. Reißende, zuckende, stechende, fliegende Schmerzen, in regelmäßigen Abständen wiederkehrend. Große Schwächung der Muskelkräfte der Extremitäten; beginnend in den oberen Extremitäten, mit Krämpfen in Armen, Waden und Bauch. Schwäche der Extremitäten. Schmerzen in den Extremitäten und Gelenken. Schmerzhafte Zuckungen in den Extremitäten. Kontraktur von Beinen und Armen, aber nirgends vollständig.
22. Obere Extremitäten
Ameisenlaufen in Händen und Armen. Allmählicher Verlust der Empfindung in der r. Hand. Taubheitsgefühl der Finger und Unfähigkeit, kleine Gegenstände zu halten. Schwäche der oberen Extremitäten bis zum Ellenbogen mit beträchtlicher Verminderung der Sensibilität und leichter Parese. Ausgeprägte Atrophie des Thenarballens des Daumens und der Interossei. Lähmungsgefühl und Schmerz im l. Arm; Arm schläft ein.
23. Untere Extremitäten
Ischialgie l. Oberschenkel, nach Verkühlung, mit völliger Unfähigkeit zu gehen. Chronische Ischialgie r. Oberschenkel; Bewegung behindert. Steifigkeit der unteren Extremitäten. Schmerzen in den unteren Extremitäten mit Krampf und Zittern. Schmerz in den unteren Extremitäten, begleitet von Krämpfen und Ameisenlaufen. Krämpfe in den Waden und in den Zehen. Stechender, durchbohrender Schmerz von den Mittelfußknochen durch die Zehen beim Gehen. Große Schwierigkeit beim Gehen, l. Bein stärker betroffen als r.
24. Allgemeines
Unvollständige Kontraktion aller Muskeln des Körpers. Abmagerung. Athermie. Kalter Schweiß und allgemeine Schwäche. Plötzlicher Anfall allgemeinen Zitterns, mit Trübung des Sehens. Zucken in einzelnen Muskelfibrillen. Furcht, im Dunkeln zu gehen. Anästhesie bestimmter Hautpartien. Periphere Neuritis.
25. Haut
Furunkel. Hyperästhesie des Integuments.
26. Schlaf
Sehr schläfrig. Tiefer und anhaltender Schlaf. Gestörter Schlaf. Albtraum. Plötzliches Erwachen aus schlimmen Träumen oder nervöses Auffahren. Ständiges Hin- und Herwerfen und Umherwerfen des Kopfes.
27. Fieber
Ungewöhnliches Frösteln. Kalte Wangen, Hände und Füße. Frostschauer 7 Uhr abends. Haut heiß und brennend wie Brennnesseln. Wärme steigt von der Magengrube durch die Brust zum Kopf auf und geht auch hinab zum Nabel. Ausbleiben von Schweiß. Schweiß unterdrückt. Trockenheit der Haut und drückende Hitze verhindern den Schlaf; Kopf schwer.