Raphanus Sativus
By Constantine Hering — Die Leitsymptome unserer Materia medica
Rettich. Cruciferæ.
Die Tinktur wird aus der frischen Wurzel zubereitet.
Die Symptome wurden aus den Wirkungen des Genusses der Wurzel gewonnen, ferner durch Arzneimittelprüfung der Tinktur in 2., 15. und 30. Verdünnung, von Nusser, Rev. de la Mat. Méd. Hom., vol. 1, p. 545, 1840; Curie's Journ. de la Soc. Gall., vol. 5, p. 281; Martin, Am. J. of Hom. Mat. Med., 1870, p. 154; Berridge, Am. Observer, 1875, p. 307.
KLINISCHE AUTORITÄTEN.
- Blähungen und Diarrhöe nach Ovariotomie, Bell, Raue's Rec., 1873, p. 264, aus Trans. Am. Inst., 1871, p. 269; Blähungen, Hom. Rec., vol. 3, p. 151.
GEMÜT [1]
Qual mit Todesfurcht, wobei der Tod als nahe bevorstehend empfunden wird.
SENSORIUM [2]
Schwindel mit Verschwommensehen.
INNERER KOPF [3]
Druck über der Nasenwurzel.
Stiche am Scheitel.
Das Gehirn fühlt sich beim Gehen durch die geringste Erschütterung wund und empfindlich an.
SEHEN UND AUGEN [5]
Druck über den Augen, mit Seherschwerung, verschwindet nach dem Erbrechen.
Ödem der Unterlider.
GEHÖR UND OHREN [6]
Hitze im linken Ohr und über der ganzen linken Gesichtshälfte.
GERUCH UND NASE [7]
Nase etwas verstopft.
OBERE GESICHTSHÄLFTE [8]
Gesicht bleich.
Ausdruck von Schmerz und Erschöpfung.
Wangen brennen, sind rot; ganzer Kopf und Gesicht rot.
GESCHMACK, SPRACHE, ZUNGE [11]
Geschmack: bitter; pappig.
Zunge dick weiß belegt.
Zunge bleich und purpurfarben, mit einer tiefen Furche und in der Mitte blassroten Punkten.
GAUMEN UND HALS [13]
Hinterer Hals trocken, > beim Halten von kaltem Wasser im Mund.
Weißer zäher Schleim im Hals nach tiefem Schlaf.
APPETIT, DURST. VERLANGEN, ABNEIGUNGEN [14]
Appetitlosigkeit.
Durst: übermäßig; heftig; ständig.
ESSEN UND TRINKEN [15]
Schlimmer nach dem Essen.
SCHLUCKAUF, AUFSTOSSEN, ÜBELKEIT UND ERBRECHEN [16]
Übelkeit: mit Würgen; beim Liegen; ständig; anfallsweise mit Ohnmachtsgefühl und Unfähigkeit, sich hinzulegen.
Erbrechen: von Speisen und weißem Schleim, mit Beklemmung der Brust, Würgen des Magens und Kälte; von Galle und Wasser.
Schaudern über Rücken und Arme vor dem Erbrechen.
MAGENGEGEND UND MAGEN [17]
Heftiger Druck in der epigastrischen Gegend.
Schmerz im Magen, der nötigt, fortwährend zu essen.
BAUCH UND LENDEN [19]
Schmerz im Bauch.
Kneifende Schmerzen um den Nabel.
Kolik: nach dem Trinken von Milch oder Wasser; nach dem Essen.
Schmerzen im Bauch ständig, aber < nach Bewegung.
Die Eingeweide sind bei der geringsten Erschütterung wund; Kleidung wird kaum ertragen.
Gurgeln im Bauch (nachts).
Ansammlung und Zurückhaltung von Blähungen, keine Erleichterung nach oben oder unten.
Auftreibung des Bauches, gefolgt von kneifenden Schmerzen, als ob Stuhl kommen würde.
Bauch stark geschwollen, hart und druckschmerzhaft, besonders im Unterbauch.
Große Anschwellung des Bauches, vom Magen aus beginnend; Bauch hart, als wäre er mit Luft gefüllt, ohne Schmerz; erträgt keinen Druck auf den Magen.
Schmerzen durch eingeklemmte Blähungen, anfallsweise auftretend; Colon und andere Darmabschnitte treten über den ganzen Bauch in kleinen tympanitischen Vorwölbungen hervor, der in den Zwischenzeiten schlaff ist; Diarrhöe von gelbbrauner Flüssigkeit, ohne Abgang von Blähungen durch Mund oder Anus für lange Zeit; zweiundzwanzig Tage nach Ausführung einer Ovariotomie.
STUHL UND REKTUM [20]
Stuhl: braune oder gelbbraune Flüssigkeit, mit großer Heftigkeit kommend; grün, flüssig, mit Schleim und Blut vermischt; schäumend, reichlich, unverdaut.
Verstopfung, Auftreibung des Bauches, Fehlen von Gasen, kein Abgang von Gas nach oben oder unten, rasche Sättigung beim Essen, sitzende Lebensweise.
HARNORGANE [21]
Harn: reichlicher als die getrunkene Flüssigkeit; reichlich, gelb; gelb, trüb, mit einem hefeähnlichen Sediment.
Phos.-ammon.-magnes. im Harn im Übermaß; Harngrieß.
Während der Miktion Brennen in der Harnröhre.
WEIBLICHE GESCHLECHTSORGANE [23]
Sexuelle Erregung; Nymphomanie.
Große Abneigung gegen das andere Geschlecht.
Ständiges Kitzeln in den Genitalien.
Gefühl, als steige ein fremder Körper von der Gebärmutter zur Brust hinauf.
Schleimiger Fluor albus, zeitweise leicht blutig tingiert.
STIMME UND KEHLKOPF. LUFTRÖHRE UND BRONCHIEN [25]
Gefühl, als stecke etwas im Kehlkopf; nach ruhigem Gehen oder vielem Sprechen geht dies in Trockenheit über und erregt Husten.
HERZ, PULS UND KREISLAUF [29]
Puls: schnell, voll, aber weich, mit Hitze nachts; klein.
RUHE. LAGE. BEWEGUNG [35]
Liegen: Übelkeit.
Unfähigkeit zu liegen: Übelkeit und Ohnmachtsgefühl.
Bewegung: Schmerz im Bauch <.
Gehen: durch die Erschütterung fühlt sich das Gehirn wund und empfindlich an.
NERVEN [36]
Große Schwäche und Mattigkeit; Schwäche mit Druckempfindlichkeit des Bauches.
Hysterischer Anfall.
SCHLAF [37]
Schlaf unruhig mit beängstigenden Träumen.
Erwachte morgens mit krampfartigem, wundem Schmerz.
ZEIT [38]
Morgen: erwachte mit krampfartigem Schmerz; gegen Morgen Schweiß nach der Hitze.
Nacht: Gurgeln im Bauch; Puls schnell, voll, weich, mit Hitze.
Nach Mitternacht: trockene Hitze, Durst, Wallungen.
TEMPERATUR UND WETTER [39]
Kaltes Wasser: im Mund gehalten > Trockenheit im Hals.
FIEBER [40]
Frösteln: im Rücken; längs des Rückens und an der hinteren Fläche der Arme; während der Mahlzeiten.
Hitze am Abend im Zimmer, nach Gehen im Freien.
Trockene Hitze nachts, mit heftigem Durst und Wallungen, meist nach Mitternacht.
Neigung zu Schweiß.
Schweiß nach der Hitze, gegen Morgen, meist auf der Stirn.
Wechselfieber nach Mitternacht; Hitze und heftiger Durst, mit vollem weichem schnellem Puls, gefolgt von allgemeinem Schweiß, meist auf der Stirn.
ANFÄLLE, PERIODIZITÄT [41]
Anfälle: Schmerz durch eingeklemmte Blähungen; Übelkeit.
Während der Mahlzeiten: Frösteln.
LOKALITÄT UND RICHTUNG [42]
Links: Hitze im Ohr und in der Gesichtsseite.
EMPFINDUNGEN [43]
Als ob Stuhl kommen würde; Bauch, als wäre er mit Luft gefüllt; als steige ein fremder Körper von der Gebärmutter zur Brust hinauf; als stecke etwas im Kehlkopf.
Schmerz: im Magen; im Bauch.
Stiche: am Scheitel.
Kneifen: um den Nabel.
Brennen: der Wangen; in der Harnröhre.
Hitze: im linken Ohr und über der linken Gesichtshälfte.
Druck: über der Nasenwurzel; über den Augen; in der epigastrischen Gegend.
Druckempfindlichkeit: des Bauches.
Trockenheit: im Kehlkopf; im Hals.
Kitzeln: in den Genitalien.
Schaudern: über Rücken und Arme.
Frösteln: im Rücken; längs der Arme.
BERÜHRUNG. PASSIVE BEWEGUNG. VERLETZUNGEN [45]
Kann Kleidung nicht ertragen: die Eingeweide sind wund.
HAUT [46]
Bläschenausschlag, mit scharfem, dünnem, gelblichem Ausfluss.
Druck: Bauch schmerzhaft; auf den Magen nicht erträglich.
Geringste Erschütterung: Eingeweide wund.
BEZIEHUNGEN [48]
Vergleiche: Anacard. bei Magensymptomen; Carbo veg. bei Blähungen.