Cistus Canadensis.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Helianthemum canadense. Kanadisches Sonnenröschen. Felsenröschen. Eispflanze. Frostkraut. N. O. Cistaceæ. Tinktur der ganzen Pflanze.
Klinisches
Knochenerkrankungen / Krebs / Diarrhö / Erysipel / Follikuläre Pharyngitis / Drüsenschwellungen / Hüftgelenkserkrankung / Hospitalbrand / Lupus / Panaritium / Parotitis / Skorbut / Skrofulose / Halsschmerzen / Geschwüre / Zona
Charakteristika
Cistus ist ein sehr altes Mittel für skrofulöse Affektionen, ebenso für skorbutische Zustände und gangränöse Geschwürbildungen. Die Arzneimittelprüfungen und homöopathischen Anwendungen bestätigen seine Eignung in diesen Beziehungen und bringen klarere Indikationen hervor. Es passt am besten zu skrofulösen Personen, die sehr empfindlich gegen kalte Luft sind. "Empfindlich gegen kalte Luft" zieht sich durch die Pathogenese, ebenso Kältegefühle; darauf weist auf merkwürdige Weise auch seine eigentümliche Eigenschaft hin, im frühen Winter die Bildung von Eis um seine Wurzeln zu begünstigen. Kältegefühle: im Kehlkopf; im Bauch. "Einatmen der geringsten kalten Luft verursacht Halsschmerzen, die er nicht hat, wenn er in einem warmen Zimmer einatmet." Eingeatmete Luft fühlt sich kühl an. Kalter Atem. Stiche und Kältegefühle treten sehr deutlich hervor; auch ein weiches oder schwammiges Gefühl ist vorhanden, das sehr charakteristisch ist. (Ich heilte mit Cistus einen Fall von Halsschmerzen, der unter allopathischer Behandlung mit örtlichen Auspinselungen jahrelang gedauert hatte. Es bestand eine Ansammlung dicken gelben, lederartigen Schleims, der mit lokalen Mitteln entfernt werden musste. Die Patientin klagte über ein "schwammiges" Gefühl im Hals, und das führte mich zu dem Mittel.) Zittern (mit dem Fieber). Empfindung, als liefen Ameisen durch den ganzen Körper (abends, mit ängstlicher, schwieriger Atmung). Ferner besteht große Berührungsempfindlichkeit: < durch Berührung. Halssymptome > durch Schlucken. < Durch Bewegung. < Abends; nachts; morgens. < Durch Kaffeetrinken (Diarrhö). > Durch Auswurf.
Beziehungen
Antidotiert durch: Rhus t., Camph., und Sepia. Verträglich: Magnesium (die Pflanze wächst auf magnesiumhaltigem Boden), Bell., Carb. v., Phos. Unverträglich: Kaffee. Vergleiche: Arg. n., Lach., Carb. v. (kalter Atem); Sul. (morgendliche Diarrhö).
1. Gemüt
Üble Folgen von Ärger. Jede psychische Erregung <; (Stiche im Hals; Husten).
2. Kopf
Kopfschmerz in der Stirngegend, nachdem er auf das Abendessen warten musste; > durch Essen; < gegen Abend und dauert die ganze Nacht; auf der r. Seite, mit bohrendem Schmerz im Auge. Stirn kalt, und Gefühl von Kühle innen in der Stirn, in einem sehr warmen Zimmer. Drückender Schmerz an der Nasenwurzel mit Kopfschmerz. Kopf durch Schwellungen am Hals nach einer Seite gezogen.
3. Augen
Stiche in den Augen; skrofulöse Entzündung; Gefühl, als bewege sich etwas im Auge umher, mit Stichen. Schwere oberhalb der Augen.
4. Ohren
Absonderung von Wasser und übelriechendem Eiter. Innere Schwellung der Ohren mit Absonderung. Flechten auf und um das Ohr, sich in den Gehörgang erstreckend. Schwellung der Ohrspeicheldrüsen.
5. Nase
Kältegefühl oder Brennen in der Nase. Chronischer Katarrh; häufiges und heftiges Niesen abends und morgens. Entzündung, Schwellung und Brennen der l. Nasenseite. Nasenspitze schmerzhaft. Ekzem.
6. Gesicht
Gefühl, als würden die Gesichtsmuskeln nach einer Seite gezogen. Hitzewallungen im Gesicht. Hitze und Brennen in den Gesichtsknochen. Auf halber Höhe der Wange, Schwellung vom Ohr ausgehend. Bläschenförmiges Erysipel. Lupus. Stechendes Einschießen, unerträglicher Juckreiz und dicke Krusten; mit Brennen auf dem r. Jochbein. Karies des Unterkiefers; mit eiternden Drüsen am Hals. Offener, blutender Krebs an der Unterlippe.
8. Mund
Skorbutisches, geschwollenes Zahnfleisch, sich von den Zähnen lösend; leicht blutend, faulig, ekelhaft. Trockene Zunge und trockener Gaumen. Zunge wund, Oberfläche wie roh. Unreiner Atem. Kälteempfindung der Zunge, des Kehlkopfs und der Luftröhre. Speichel kühl; Atem fühlt sich kühl an.
9. Hals
Kühle im Hals. Weiches oder schwammiges Gefühl im Hals. Als ob Sand im Hals wäre. Anhaltendes Gefühl von Trockenheit und Hitze < nach Schlafen, Essen und Trinken. Kleine trockene Stelle im Schlund; < nach Schlafen, muss aufstehen und trinken; > nach Essen; Hals sieht glasig aus; an der Rachenhinterwand Streifen von zähem oder lederartigem Schleim. Muss Speichel schlucken, um die unerträgliche Trockenheit zu lindern, bes. während der Nacht. Periodischer Juckreiz im Hals. Trocken, ohne sich trocken anzufühlen. Brennen hoch oben hinter dem Zäpfchen. Stiche verursachen Husten; wenn psychisch erregt. Husten verursacht reißenden Schmerz im Hals. Halsschmerzen < durch Einatmen der geringsten kalten Luft. Räuspern von Schleim, zäh, gummiartig, dick, geschmacklos; meist morgens. Auswurf von (bitterem) Schleim, der den Hals erleichtert. Skrofulöse Schwellung und Eiterung der Halsdrüsen.
11. Magen
Verlangen nach saurer Nahrung und Früchten, aber Schmerz und Diarrhö folgen nach dem Essen derselben. Verlangen nach Käse. Essen und Trinken > trockenen Hals und Schmerz in der Stirngegend. Nach dem Essen: Schmerz im Magen; Kältegefühl im Magen. Nach Kaffeetrinken, Diarrhö. Leere und kühle Aufstoßungen. Häufige Übelkeit; mit Diarrhö.
12, 13. Bauch, Rektum und Stuhl. . Stiche im l. Hypochondrium. Kühlegefühl im ganzen Bauch. Schmerz in der Leiste, vom Rücken her kommend. Dünne, graugelbe, heiße Stühle, herausspritzend; unwiderstehlicher Drang, < von Mitternacht bis Mittag. Diarrhö: von Kaffee; Früchten; mit Kropf; chronisch; bei nassem Wetter; bei abgemagerten skrofulösen Kindern. Chronische Dysenterie.
15. Männliche sexuelle Organe
Juckreiz im Skrotum.
16. Weibliche sexuelle Organe
Verhärtung der Mammae; empfindlich gegen kalte Luft; Krebs.
17. Atmungsorgane
Kehlkopf und Luftröhre: eingeatmete Luft fühlt sich kühl an; Juckreiz darin; Gefühl, als hätte die Luftröhre nicht genug Raum. Asthmatisch abends nach dem Hinlegen und nachts. Husten: < durch psychische Erregung; von Stichen im Hals; mit schmerzhaftem Reißen im Hals. Rohes Gefühl in der oberen Brust, sich in den Hals erstreckend. Auswurf von bitterem Schleim. Nach dem Hochbringen von Schleim fühlt er sich sehr viel erleichtert.
20. Hals und Rücken
Drüsen von Hals und Rachen geschwollen; Eiterung. Juckreiz am Rücken. Ausschlag wie Zona. Brennender Schmerz wie geprellt im Steißbein, der Sitzen verhindert, < durch Kontakt.
21. Extremitäten
Abends Schmerzen in den Knien, in der r. Hand, in der l. Schulter. Ziehende Schmerzen in den muskulären Teilen der Hände und der unteren Extremitäten, mit Schmerzen in Gelenken, Fingern und Knien. Reißende und ziehende Schmerzen in allen Gelenken, Knien und Fingern.
22. Obere Extremitäten
Schmerz wie verstaucht in den Handgelenken. Schmerz in den Fingern (r. Hand) beim Schreiben. Reißen in den Fingergelenken. Fingerspitzen sehr kälteempfindlich. Flechte auf den Händen.
23. Untere Extremitäten
Schmerzen im Knie und r. Oberschenkel beim Gehen oder Sitzen. Reißen in den Knien. Bohrender Schmerz in der r. Großzehe (abends). Kalte Füße.
25. Haut
Juckreiz am ganzen Körper ohne Ausschlag. Bläschenförmiges Erysipel des Gesichts. Lupus im Gesicht. Flechte. Harte Schwellung um mercurielle syphilitische Geschwüre an den unteren Extremitäten.
26. Schlaf
Nachts sehr unruhig. Schlaflos durch Trockenheit des Halses. Nachtschweiße.
27. Fieber
Frösteln; gefolgt von Hitze mit Zittern, begleitet von einer raschen Schwellung und starker Rötung der Drüsen unter dem Ohr und im Hals. Hitze mit Durst, der zu häufigem Trinken veranlasst. Nachtschweiße. Schwitzt leicht.